Berufsausbildung in China und Deutschland
       - ein internationaler Vergleich

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Inhaltsverzeichnis

1. Berufsausbildung in China

    1.1 Bildungstraditionen, industrieller, gesellschaftlicher und kultureller Hintergrund

    1.2 Überblick über die Historie und Struktur des chinesischen Berufsbildungssystem

    1.3 Technische- ökonomische Entwicklung Anforderungen und Chancen für die berufliche Bildung

    1.4 Kernproblem der Berufsbildung

    1.5 Privatwirtschaft als Lösungsmittel der Wirtschafts
probleme

2. Vergleich der chinesischen und deutschen Berufsbildungsysteme

    2.1
Unterscheidung von beiden Berufsbildungssystemen

    2.2 Das Experiment des deutschen Dualsystems in China und die Analyse der Transferprobleme

    2.3 Umwelt und dynamische Triebkraft für die Experimente


3. Literaturverzeichnis

4. Autorin und Copyrighthinweis

1. Berufsausbildung in China

1.1 Bildungstraditionen, industrieller, gesellschaftlicher und kultureller Hintergrund

Die chinesischen Bildungstraditionen werden dadurch gekennzeichnet:

1. Das vom Konfuzianismus geprägtes Bildungsideal liefert den Maßstab für Bildung, bei dem berufliche Bildung nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Konfuzianismus ist die bedeutendste Philosophie der heutigen Gesellschaft Chinas. Die hierarchische Ordnung und Sitten- und Tugendlehre stehen im Mittelpunkt dieser Philosophie.

Konfuzianismus wird dadurch gekennzeichnet:

2. Die Gebildeten genossen ein hohes gesellschaftliches Ansehen und standen an der Spitze der Gesellschaft, gefolgt von den Großgrundbesitzern, den Handwerkern und schließlich den Händlern und Kaufleuten auf der untersten Stufe. Aufgrund dieser ständischen Differenzierung wird die körperlichen Arbeit tief verachtet und nicht-literarisches Wissen geringgeschätzt. Diese Phänomene haben noch ihre Auswirkung auf die heutige Zeit.

Bildungssystem und Arbeitsmarkt sind bis heute entkoppelt, besonders in der Facharbeiterbildung, die hauptsächlich in Facharbeiterschulen erfolgt. Das liegt darin, dass der Arbeitsmarkt sehr lange Zeit durch die staatlichen Planungsbehörden geregelt wurde. Die industriellen Facharbeiter werden durch das Arbeitsministerium vermittelt. Viele solcher Schulen werden direkt von Betrieben unterhalten und dies ist lange Zeit die einzige Form von schulischer Ausbildung von Facharbeitern. Außerdem sind das Niveau  und soziales Ansehen dieser Bildungsform sehr gering.

In der heutigen chinesischen Gesellschaft spielt die traditionelle Kultur immer noch eine große Rolle, die sich im Laufe der Jahrtausende herausgebildet und verfestigt hat. Man muss aber das Wort Wirtschaft unter diesem Aspekt verstehen, im chinesischen Sinn ist Wirtschaft vier stärker gebunden an das Kollektiv, im Vergleich zu den individuellen Wirtschaften und der Hauswirtschaft des westlichen Begriffs. Das Kollektiv ist der Ausgangspunkt wirtschaftlicher Überlegungen in China. Der Staat strebt an, statt einer Produktionsleistung eine gerechte Verteilung in der Gesellschaft zu erreichen und dadurch eine soziale Harmonie zu schaffen. Von daher interveniert der Staat stets erheblich in das Wirtschaftsgeschehen.

Aber eine gleichmäßige Verteilung nach Bedürfnisse gemäß des konfuzianischen Denkens erwies sich noch heute als Hindernisse für eine leistugnsgerechte Entlohnung.

Die folgenden Erscheinungen in der Gesellschaft spiegeln die Traditionen wider:(Heberer 1994)

-        Kollektiv - statt Individualbezogenheit, Gruppen vor Eigeninteresse:

-        paternalistische, familienorientierte, konsensuale politische Verhaltensmuster:

-        politisch hierarchische Strukturen mit vertikalen Entscheidungsmuster

-        hoher Stellenwert persönlicher Beziehungen:

-        Harmoniebedürfnis und Konsens statt Konflikt oder Wettbewerb:

-        Erziehung vor Bestrafung, Lernen durch Nachahmung:

-        Vorrang von Ethik und Moral vor dem Recht:

-        spezifische Werte der Wirtschaftsgesinnung: Fleiß, Sparsamkeit, Selbstdisziplin,

-        Gehorsam, Ausdauer, resultierend aus der traditionellen Familienstrukturen.

Die Frage ob diese Tradition ein Hemmschuh oder Triebkraft für Modernisierung ist, bleibt noch unbeantwortet.

Bevor die chinesische Berufsbildung detailliert dargestellt wird, erfährt man zuerst, wie die chinesischen Industriebetriebe organisiert und wie die Reform in letzten Jahren durchgesetzt werden. Sie sind eher bürokratisch organisiert worden und hat eine hohen Anteil an Planungspersonal und gering qualifizierten Arbeitskräften. Die staatlichen Beschäftigungsauflagen haben sich in letzten 20 Jahren gelockert. Das führt zu den Ergebnissen, dass ein hocher Anteil der Beschäftigten freigesetzt wurde, man sich verstärkt um die Qualitätsentwicklung bemüht und die Human Ressource allmählich als ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftsentwicklung angesehen wird.

Innerhalb des gesellschaftlichen Reformprozesses werden Bildung und Wissenschaft aus der Sicht der gegenwärtigen politischen Machthaber verstärkt als entscheidende Produktivkräfte gesehen. Die Tendenz, kapitalistische und sozialistische Leitbilder zu einem Mix zu verschmelzen, ermöglicht den Aufbau eines Sozialismus mit chinesischer Eigenart(vgl. Rauner, Tilch 1989)

Die wichtigste gesellschaftliche Organisationsform ist hier vorzustellen: "Danwei".

Das ist das soziale Kernstück zum Verständnis von Betrieb und Gesellschaft Chinas und bringt die Verbindung vom politischen System, Sozialisation und betrieblicher Arbeit zum Ausdruck. Die Danweis lassen Arbeits- und Wohnbereich möglichst zur Deckung kommen und ermöglichen dadurch strikte Sozialkontrolle. Danwei ist Geburtsort, Schule, Arbeitgeber und sowie lebenslanger Aufenhaltsraum. Die Mischung zwischen individuellen und sozialen Interessen gewinnt einen anderen Gewicht als in den westlichen Industrieländern. Kollektive Arbeitsform hat insofern eine sehr günstigere Basis.

Der Aspekt der Organisation spielt bei der Gestaltung einer effektiven flexiblen Produktion die Schlüsselrolle und die Qualität der flexiblen Produktion ist von der Human Ressource abhängig. Die Verfügbarkeit über Schlüsseltechnologien und technologische Innovation galten weltweit als die Basis für eine erfolgreiche industrielle Entwicklung und die ökonomische Stärke nationaler Ökonomien.

Man müßte schon die obengenannten Spezifika wie Bildungstraditionenen, Organisationsform, kulturelle Faktoren usw. berücksichtigen, um das chinesische Ausbildungssystem zu verstehen.

1.2 Überblick über die Historie undStruktur des chinesischen Berufsbildungssystem

Die chinesische Berufsbildungssystem ist in drei Schichten geteilt: Grundberufsbildung, Mittelberufsbildung und Hochberufsbildung. Die Grundberufsbildung wurde in der an der Grundschule anschließenden Berufsschule durchgeführt. Die Mittelberufsbildung wird in den fünf beruflichen Schulen und Zentren für Ausbildung durchgeführt, zu denen die Schüler nach Abschluß der Mittelschule überwechseln können. Die Hochberufsbildung wird in der Hochberufsschule und der Hochschule für Erwachsene durchgeführt, zu denen die Schüler nach der Oberstufe überwechseln können.

1.2.1  Rückblick der Berufsbildung in China wird in folgenden vorgestellt

In China kann man überall ständig bekommen, dass das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung gehalten werden muss und dass das Bruttosozialprodukt jährlich um 8 bis 9 Prozent zu steigern sei.Um dieses Ziel zu erreichen, müßten die Produktionsqualität verbessert werden und die wirtschaftliche Effizient erhöht werden.

China ist ein Entwicklungsland, was durch den niedrigen Durchschnittseinkommen der Bevölkerung und den niedrigen Bildungsniveau gekennzeichnet wird. Zu erwähnen ist hier, dass sich die Regierung fast ein halbes Jahrhundert lang seit der Begründung der Republick bemüht hat, allein durch politische Maßnahmen mit dem Rückstand Chinas fertig zu werden. Seit dem dritten Plenum des 11. Parteitags 1978 gibt es den Reformwendepunkt, wodurch man die große Entscheidung getroffen hat,dass sich die Gewichtung des politischen Lebens nicht mehr auf den Klassenkampf, sondern auf die Entwicklung der Wirtschaft und Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung richtet. Industrie und Landwirtschaft gedeihen seitdem wie nie zuvor in China. Aber auf dieser neuen Ebene spürt man wiederum überall ein unsichtbares Hindernis für die Weiterentwicklung des Landes. Das ist das unterentwickelte Bildungswesen. In den angestrebten Reformen bekommt Bildung eine strategische Entwicklung.

Das Handwerk in China hat eigentlich eine sehr alte Geschichte. In der Antike gab man Facharbeitern die Bezeichnung "Mann der Hundertarbeit". Die Berufe wurden bei einzelnen Menschen differenziert, wie Schneider Zhang, Tischler Wang usw. Diese Leute, die die Handwerksarbeit fortsetzen, waren sehr geachtet und wurden als Nachfolger der Heiligen bezeichnet.Die Bezeichnung von verschiedenen Berufszweigen begann erst in der Dang-Dynastie(619- 907). Damals gab es insgesamt nur 36 Arten von Berufen. Mit der Zeit verzehnfachten sich die 36 Branchen. So sind die sogenannten 360 Branchen entstanden. Die Zahl 360 bedeutet heute die Mannigfaltigkeit der Branchen, z. B. gibt es eine Redesart: "In den 360 Berufen bringt jedes Metier seinen Meister hervor." d.h. man findet in jedem Beruf seine Zukunft, wenn man fleißig ist.

Nach der Öffnung Chinas Ende der 70er Jahre sind Informationen aus anderen Ländern und verschiedenen Gebieten wie eine Flut nach China eingeströmt. Man sieht ein, dass zu einer modernen Gesellschaft drei grundlegende  Elemente gehören: Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie.  Alle die drei Elemente basieren aber auf einem qualifizierte Beschäftige produzierenden Bildungssystem. Eine gute Ausbildung bedeutet heute nicht  mehr Prestigeschaden, sondern  einen großen Gewinn beim Geldverdienen, was Berufsbildung und Berufsausbildung fördert. Die Wirkung der Bildung bei der Entwicklung der Wirtschaft und Erhöhung des Lebensstandards ist heutezutage im allgemeinen akzeptiert worden. Die grundsätzliche Voraussetzung dafür sind aber die Wirtschaftsreformen, die in den letzten Jahren durchgesetzt werden.  Das Land hat allmählich von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft übergegangen. In der Marktwirtschaft stehe die Qualität der Produkte im Mittelpunkt, was zwangsläufig provoziert, ein gut funktionierendes Berufsbildungssystem einzurichten.

1.2.2. Reform und Entwicklung der Berufsbildung nach 1978

Seit 1978 hat die Diskussion über die Reform des Bildungssystems immer gegeben. Die Anforderung, die Struktur einer Berufsbildung zu entwickeln und die Stellung der Berufsbildung im Bildungssystem festzulegen, steigt mit den wirtschaftlichen Entwicklungen. Die Schüleranzahl der technischen Mittelberufsbildung hat sich in zehn Jahren( 1980 bis 1990) verdoppelt. Trotz dieser Entwicklung ist noch kein System für die technische Berufsbildung vorhanden, dessen Struktur rationell ist und welches die vor und nach der Beschäftigung miteinander verbindenden Anforderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung entspricht. Außerdem ist diese Entwicklung auch regional bedingt.

Die mittlere Berufsbildung hat inzwischen relativ gute Voraussetzung. Nach Statistik haben mehr als die Hälfte der fachlichen Lehrer in den mittleren beruflichen Schulen den Abschluß einer Hochschule. Die Fläche der Schulgebäude hat sich vergrößert. Die feste Mittel für Laboranlagen zum Unterricht hat sich vermehrt.Jedes wichtige Industrieamt hat ein verhältnismäßig komplettes System für die Berufsbildung und Weiterbildung für verschiedene Arbeitsplätze gebildet, usw.

Die gegenwärtige Tendenz zeigt, dass sich die Berufsbildung verbreitet und systematisch weiterentwickelt und ein pluralistisches, mehrheitliches Berufsbildungssystem bildet. Das System wird flexibler und offener als bisher.

1.3 Überblick über das Bildungssystem und das Schulsystem

Das Schulsystem teilt sich in fünf Stufen auf: Vorschulbildung, Grundschulbildung, Mittelschulbildung, Hochschulbildung und Aspirantenbildung. Nach der Mittelschulbildung wird die Schulbildung in zwei Schulsystem unterteilt: vor und nach der Beschäftigung. Das Schulsystem vor der Beschäftigung besteht aus zwei Teilen: der allgemeinen Bildung und der Berufsbildung. Die allgemeine Bildung bezieht sich auf Oberstufenschüler, Fachhochschüler, ordentliche Studenten, Aspiranten, Doktoranten und Nachdoktoranten. Die Berufsbildung bezieht sich auf die Mittelberufsbildung einschließlich

- der berufsvorbereitenden beruflichen oder landwirtschaftlichen Mittelschulen (2 - 3 Jahrgänge)

- der Facharbeiterschule (2 -3 Jahrgänge)

- der Fachmittelschule (3 -4 Jahrgänge), differenziert in technische, dienstleistungsorientierte und lehrerbildende Schulformen

- der allgemeinbildenden oberen Mittelschule(2 - 3 Jahrgänge).

Die Wege der Berufsoberschüler vor der Beschäftigung, der technischen Schüler und der Mittelfachschüler verbinden sich miteinander.  Normalerweise gibt es keine Verbindungen zwischen den berufsbildenden Schulen und den allgemeinen ordentlichen Hochschulen und Fachhochschulen.

Die Berufsausbildung Chinas orientiert sich hauptsächlich an Modellen osteuropäischer Bildungssysteme: Die Mehrheit der Beschäftigten erlangt durch Anlernverhältnisse betriebsspezifische fachpraktische Kenntnisse und Fertigkeiten. Die quantitativ begrenzte Facharbeiterausbildung beruht auf berufsqualifizierenden Einrichtungen der Sekundarstufe.

Folgende Schularten der Berufsbildung sind vorzustellen.

I. Fachmittelschulen.

Bei den Fachmittelschulen handelt es sich um berufliche Schulen, die Absolventen allgemeinbildender Mittelschulen provinzweit aufnehmen und sie je nach Vorbildung und Fachgebiet in zwei bis fünf Jahren zu technisch qulifiziertem Personal mittleren Niveaus ausbilden. Die Rekruitierung der Schüler erfolgt über die für alle Bewerber verbindliche nationale Prüfung, deren Organisationsform mit der nationalen Hochschuleingangsprüfung identisch oder ähnlich ist.

Die Fachmittelschulen gliedert sich in die pädagogischen Mittelschulen und die technischen Mittelschulen. Die pädagogischen Mittelschulen qualifizieren Absolventen für die Tätigkeit als Grundschullehrer und Erzieher in Vorschuleinrichtungen. Technische Mittelschulen verteilen sich wie folgt auf acht Hauptbereiche:

- Ingenieurwesen,

- Landwirtschaft,

- Forsten,

- Medizin,

- Wirtschaft und Finanzen,

- Politik und Recht,

- Kunst

- Sport.

Nach Ablauf einer Phase der betrieblichen Einarbeitung von ein bis zwei Jahren können Absolventen von Fachmittelschulen zu Technikern befördert werden. Alle Schüler verpflichten sich folgende Fächer zu belegen: Politik, allgemeinbildende Kurse, Grundlagenkurse und spezialisierte Angebote, auf die anschließende Berufsrolle zugeschnitten sind (die etwa 25% des Unterrichts ausmachen).

Die Absolventen erhalten in der überwiegenden Zahl der Fälle den Kaderstatus als Techniker, Krankenschwester, Buchhalter, Grundschullehrer usw.

Die Mehrzahl dieser technischen Fachmittelschulen wird durch die Branchenministerien bzw. die nachgeordneten Regionalbehörden unterhalten und von der Bildungskommission administrativ kontrolliert.

II. Facharbeiterschulen

Mit Facharbeiterschulen bezeichnet man die Schulen, die auf der Basis zwei bis dreijähriger Ausbildung eine Facharbeiterbildung vermitteln. Aufnahmeberechtigte sind Absolventen der unteren und oberen Mittelschulen. Die Vermittlung von Arbeitsplätzen für die Absolventen erfolgte lange Zeit im Rahmen der Planung der Branchenministerien und des Ministeriums für Arbeit und Personal.

Das Spektrum der vermittelten Qualifikation umfasst über 400 Berufe der wichtigsten volkswirtschaftlichen Bereiche wie Leichtindustrie, Textilindustrie, Kohle etc.  Die oberste Verwaltungskompetenz liegt beim Ministerium für Arbeit. Die jeweilige Branchenministerien sind für die fachliche Aufsicht zuständig.

Die Mehrzahl dieser Schulen wird von Fabriken und Betrieben unterhalten und sind nicht selten nicht in der Lage, Facharbeiter auszubilden, da sie normalerweise mit eigenen, nicht speziell ausgebildeten Lehrkräften ausgerüstet werden.

Die Absolventen erhalten als qualifizierte Arbeiter einen Arbeitsplatz im ausbildenden Betrieb. Typische Ausbildungsberufe im Metallsektor sind z.B: Bohrer, Reparaturschlosser, Pressenarbeiter, Lackierer usw.

III. berufliche/ landwirtschaftliche Mittelschulen

Berufliche Schulen bilden elementar qualifizierte Arbeitskräfte aus, deren Niveau unter dem eines Facharbeiters liegt. Die Absolventen der beruflichen Mittelschulen unterscheiden sich zu Absolventen der Facharbeiterschulen vor allem im qualitativen Anspruch: Facharbeiterschulen vermitteln Qualifikation für komplexe Tätigkeitsfelder und berufliche Schulen bilden Personal für anspruchslosere Berufsfelder aus. Es gibt die beruflichen Schulen auf der Stufe unteren Mittelschulen und auf der Stufe der oberen Mittelschulen. Die Ausbildung dauert im allgemeinen 3 Jahren lang.

Für die berufliche/landwirtschaftlichen Mittelschulen sind im Prinzip die Schulbehörden zuständig. Sie suchen jedoch auf örtlicher Ebene nach Kooperationspartnern, um sicherzustellen, dass zumindest ein Teil der ausgebildeten Absolventen einen Arbeitsplatz erhält.

Der Lehrplan für berufliche und landwirtschaftliche Mittelschulen sind regional zu differenzieren. Allgemeine Fächer und die Spezialbereiche des Fachunterrichts bilden den Lehrplan. Die Qualität des Unterrichts leiden in den meisten Fällen unter der hohen Zahl nicht qualifiziertenr Lehrer und die unzureichenden Lehrmaterialien, Werkzeugen usw.

Typische Ausbildungsberufe in beruflichen Mittelschulen sind z. B: Hotelangestellte, Verkäufer, Sekretären usw.

Ausbildung im Betrieb „Anlehre“

Die einfachste Form der Ausbildung in chinesischen Betrieben erfolgt heute durch kurze Phasen der Einführung in elementare Produktionsabläufe. Die Einarbeitung solcher Art umfasst etwa drei bis vier Monate, in denen der Anzulernende unter der fachlichen Anleitung erfahrener Arbeiter in ganz speziellen Sparten der Produktionslinie elementare Kenntnisse und Fertigkeit erwirbt. In den meisten Fällen steigt die Qualität der Ausbildung mit der Größe des Betriebs.

Die zur Unterweisung des Azubis erfahrene Arbeiter wird in China als Meister bezeichnet, wobei der Begriff des Meisters inhaltlich nicht dem deutschen Synonym entspricht. Der chinesiche Begriff ist lediglich Ausdruck einer Wertschätzung, die sich auf nicht präzis definierten Erfahrungen, Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten einer relativ älteren Person bezieht. Gegenüber dem praktischen Teil der Ausbildung laufen allgemeinbildender und fachspezifischer Unterricht in Schulen  systematisch ab.

Das Problem dieser Kooperation in den meisten Fällen ist, dass es nicht auf fundierten fachwissenschaftlichen Expertisen zurückgegriffen wird, sondern die Situation des einzelnen Betriebs die Rahmenbedingungen für den Unterricht stellt, wobei die überbetriebliche Verwendung ausgeschlossen wird.

Für den Fall, dass es sich um einen entwickelten Betrieb handelt, verfügt ein Auszubildender in einem industriellen Betrieb über die Abschlußqualifikation der unteren Mittelschule.  Bei Einstellung in einem Betrieb kann er im besten Fall auf der Basis eines Vertrages über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren in einer Art Ausbildungsverhältnis (Arbeiter der unteren Stufe) geführt werden. Viele Betriebe veranstalten auch spezielle Eingangsprüfungen für Mittelschulabsolventen. In der Mehrheit der Fälle werden aber immer noch die Familienmitglieder beschäftigter Personen bei der Anstellung im gleichen Betrieb vorgezogen. Nach den zwei bis drei Jahren praktischer Erfahrung kann der Arbeiter der unterer Stufe duch Teilnahme an innerbetrieblichen Fortbildungsveranstaltungen die Qualifikation zu Höherstufung innerhalb des Lohnsystems erwerben (Arbeiter der mittleren Stufe). Eine Möglichkeit zur Höherqualifizierung ab dieser Niveaustufe ist, den Arbeiter- und Angestelltenuniversität zu besuchen. Diese Fortbildungsmaßnahme hat den Vorteil, dass der akademische Abschluß als Eingangsvoraussetzung zum Wechsel in den Kaderstatus anerkannt wird und der ehemalige Arbeiter mittlerer Stufen zum technischen und Verwaltungspersonal mit Kaderstatus aufsteigt.

1.3. Technische- ökonomische Entwicklung Anforderungen und Chancen für die berufliche Bildung

1.3.1 Reformpolitik, Reformprobleme und Fragen der Berufsbildung in der VR China:

Rahmenbedingungen: Es darf nicht üersehen werden, dass China sich in einer Phase des sozialen Wandels befindet, die mit dem Wandel von Werten, Normen und Einstellungen verbunden ist.

In der Kulturrevolution(1966-1976) war die Aufgabe der Bildungsinstitutionen verstärkt die politisch-ideologische Erziehung der Schüler und Studenten und nicht die allgemeine sowie fachliche Qualifizierung. Bildung und Wissenschaft sah man in erster Linie als Phänomene des Überbaus und nicht als Produktivkräfte an. Als besonders effektives Medium politisch-ideologischer Erziehung sah man die Teilnahme an körperlicher Arbeit, die physische Nähe zu Arbeitern und Bauern an. Es führte dazu, dass Jugendliche aufs Land geschickt wurden und körperliche Arbeit leisten mußten, bzw. naturwissenschaftlich-technischer Unterricht in der Schule abgelehnt und die beruflich-technische Bildung vernachlässigt wurde. Die Schuleingangsprüfungen wurden in dieser Zeit abgeschafft, die Intellektuellen insbesonders Lehrende in Schulen und Hochschulen wurden diskriminiert durch Parteien, Staat und Gesellschaft, etc.

Während der Kulturrevolution war die Lehrlingsausbiludng im wesentlichen eingestellt worden. Arbeitskräfte wurde lediglich minimales technisches Wissen vermittelt, "Anlehre" war vorherrschend, "Anlehre" heißt: die fachliche Fähigkeiten werden innerhalb der Familie oder vom Meister auf den Lehrling weitergegeben, "Politik" ist fachlichem Wissen übergeordnet. Die wenigen Fach- und Weiterbildungsschulen waren im Zuge der Kulturrevolution weitgehend aufgelöst worden. Aufgrund dieser Lage konnte sich China Ende der 70er Jahre nur auf einen zahlenmäßig kleinen Stamm von erfahrenen qualifizierten Facharbeitern und Experten stützen, der überwiegend in den großen Industriezentren konzentriert war.  

Es ließ sich gemäß der Situation der Kulturrevolution leicht feststellen, dass die Volkswirtschaft Mitte siebziger Jahre in die schwierigste Lage gestoßen hat. Es fehlte das Potential hinreichend qualifizierter Fachkräfte zur weiteren technologischen Entwicklung und vor allem zum Aufbau einer effizienten Volkswirschaft. Eine Bildungsreform war notwendig.

1980 beschloß die Regierung die forcierte Entwicklung der beruflichen und technischen Bildung. Berufs- und Fachoberschulen wurden errichtet, Aufnahmeprüfungen wurden wieder eingeführt. 1990 hatten fast die Hälfte der Absolventen der oberen Mittelschule die Möglichkeit, eine weiterführende Berufs- und Fachoberschulen zu besuchen. Doch auch heute noch erhält die Mehrheit der ins Arbeitsleben eintretenden Schulabgänger lediglich eine Anlehre. Es besteht also weitergehend kein Berufsbildungsverhältnis im Sinn eines Rechtsverhältnisses. Feste Ausbildungsstrukturen findet man nur in den entwickelteren Regionen und in modernen Unternehmen.

1.3.2. Probleme in der heutigen Gesellschaft

China sieht sich im ökonomischen Bereich heute primär folgende Probleme gegenüber: (Heberer 1994)

-  Die Agrarproduktion stagniert auf dem Land, dass die Erträge pro Flächeneineheit und die pro-Kopf Getreideerträge rückläufig sind.

- Die staatlichen Betriebe befinden sich in ernsten finanziellen Schwierigkeiten und besonders die großen und mittelgroßen Unternehmen verursachen jährlich große Verluste, die aber zum Teil wieder vom Staat subventioniert werden. Eine amerikanischen Studie über Managementverhalten in chinesischen Unternehmen 1990 zeigte, dass die befragten Manager in der Gewinnmaximierung das wichtigste Ziel ihrer Arbeit sehen. Die Hebung der fachlichen Qualifikation, Berufsbildung, die Qualität der Produkte und Innovation wurden nicht als Tätigkeitsziele genannt. Als unwichtigstes Ziel galt die Herstellung hochwertiger Produkte mit moderner Technologie.

- die offene wie versteckte Arbeitslosigkeit bzw. die Unterbeschäftigung ist ein weiteres Kernproblem. Selbst chinesische Arbeitswissenschaftler sprechen von mindestens 12%  Arbeitslosigkeit(Zhang, Changgong 1991), wobei die verdeckte Arbeitslosigkeit nicht mitberücksichtigt ist.

-  trotz der ein-Kind-Politik ist das Problem des Überbevölkerung nicht gelöst.

-   Das Sozialsystem steckt in einer Krise. Das staatliche Gesundheitssystem und das Rentensystem sind kaum noch finanzierbar und wurden in letzten Jahren reformiert. Eine kostenlose staatliche Gesundheitsversorgung geht zu einem teils privat, teils staatlich finanzierte Gesundheitssystem über.

- ideologisch gesehen ist Marxismus- Leninismus nicht mehr die Leitideologie. Das betrifft die zunehmende Kritikbereitschaft an den Formen kollektiver Überwachung Vor allem die Jugend orientiert sich an anderen Leitbildern. Unter ihnen wächst der Hang zum Individualismus.

1.4 Kernprobleme der Berufsbildung und Reformen

Die Kernprobleme werden in folgenden vorgestellt, die man aufgrund der heutigen gesellschaftlichen Lage festgestellt hat.

1.4.1 Die Berufsbildung in China ist im großen und ganzen unsytematisch und von geringem Wert und ist eine Ergänzung der allgemeinen Schulbildung. Gemäß der überlieferten Idee" allgemeine Schulbildung beachten und Berufsbildung verachten" wird die technische Berufsbildung mißachtet.  Die technische Hochberufsbildung entwickelt sich langsam, weil man diese Ausbildung nicht als einen Teil der Hochschulbildung betrachtet. Deswegen streben viele der Berufsbildung angehörigenden Schulen oder Fachbereiche den Rang einer akademischen Bildung an.

1.4.2    Zunehmende Ausprägung von Ungleichgewichten.

Schulen in ländlichen Gebieten haben mit geringer Verstädtung haben kaum eine Chance, zentralstaatliche Finanzierungsmittel zu bekommen. Demgegenüber wird die Einrichtung von Schulen in wirtschaftlich besser entwickelten Regionen angestrebt. Die Ausbildung auf dem Land hat sich bis heute unterschwellig entwickelt.

Es gibt derzeit jährlich rund fünf Millionen Kinder auf dem Land, die die Grundschule verlassen und eine Berufsausbiludng benötigen. Demgegenüber ist die Anzahl der Ausbildungsplätze sehr niedrig.

Zwischen der Anzahl der tatsächlich Ausgebildeten und dem gesellschaftlichen Bedarf besteht eine Diskrepanz. Die Berufsbildungsstruktur der technischen Mittelberufsbildung ist noch nicht ganz nach dem Prinzip Angebot- Nachfrage- Verhältnis organisiert.

Regionale Disparitäten verlangen auch unterschiedliche Berufsbildungskonzepte. 

1.4.3  Die Lernbedingungen für Schulbetriebe sind noch nicht ausreichend.

-  Die praktische Ausbildung in Unternehmen wird mangelnd gestaltet und durchgeführt. Die Lehrkräfte für das praktische Training sind viel weniger als die für Fachtheorie. Den Lehrkräften aus der Schule mangelt es an Kenntnissen in der praktischen Produktion und an Trainingserfahrungen. Die Lehrkräfte für das praktische Training sind in der Regel technische Arbeiter in der Produktion und ihnen mangelt es an theoretischen Kenntnisse.

- es mangelt stark an materiell- technische Ausstattung und die begrenzten Finanzmittel der zuständigen Behörden stellt sich als das Haupthindernis für weitergehenden qualitative Verbesserung dar.

1.4.4.  Die Gesetze sind nicht vollständig. Die Wirtschaftsbetriebe können selbst Schulen betreiben, Staat hat aber kein entsprechendes Gesetz erlassen, um für die finanzielle Unterstützung für Schulen zu garantieren.

1.4.5.  Das Verwaltungssystem ist zu rationalisieren.

Die staatliche Bildungskommision ist die oberste Behörde im Bildungswesen und zuständig für die Planung und Steuerung pädagogischer und bildungspolitischer Prozesse.  Es gibt als nachgeordnete Instanzen auf der Ebene der Provinzen die sogenannte regionalen Bildungskommissionen. Unterhalb der Ebene der Provinzen finden sich als untere Bildungsbehörde die Kommission auf Stadt-, Stadtbezirks- und Kreisebene.

Die berufsbildenden Schulen unterliegen aber im Vergleich zur Verwaltungschaft der allgemeinbildenden Schulen unterschiedlicher Fachaufsicht. Der Begriff der Fachaufsicht steht hier für die umfassende Leitung und Kontrolle aller Bereiche der schulischen Arbeit, gleichzeitig spiegelt sich damit die finanzielle Trägerschaft wider. Alle traditionell als berufsbildend eingestuften Schulformen wie die Fachmittelschulen und die Facharbeiterschulen unterliegen dem Ministerium für Arbeit und Personalwesen an der Spitze und den nachgeordneten regionalen Miniterien für Arbeit und Personal  bzw. den lokalen Ämtern für Arbeit und Personal. Die einzelnen schulpolitischen Richtlinien werden wieder für die einzelnen Schultypen von jeweils zuständigen Branchenministerium erlassen.

Die beruflichen unteren und oberen Mittelschulen dagegen unterliegen den regionalen und lokalen Bildungsbehörden, also den Bildungskommission auf Provinz- und Stadtebene.

Überschneidung in sachlich begrenzten Bereichen wird in folgenden Fällen dargestellt.

Die Schulen werden von vielen Organisationen geleitet. Deswegen fehlt eine einheitliche Planung und Regelung und die Schulen haben auch keine Selbständigkeit.

Ziele der Reformen sind angesichts der obengenannten Probleme die Vervollständigung des Verwaltungssystems, Wandlung der Regierungsfunktion, Optimierung der Struktur, Verbesserung der Bedingung für die Betreibung einer Schule etc.

1.4.6   Probleme der Übertragung nationaler Erfahrungen.

Die Berufsbildungssysteme sind Ausdruck höchst unterschiedlicher Industriestrukturen.

Aus einem Vergleich der Berufsbildungssysteme allein lassen sich kaum Rückschlüsse über Reformen im Bildungswesen ziehen.

Reformen in der beruflichen Bildung können nur gelingen, wenn sie einhergehen mit einem Strukturwandel in den Betrieben und den Arbeitsmärkten. Nur eine gesellschaftliche Nachfrage nach höherer Bildung und Qualifikation kann sich stabilisierend auf die Reformen der Berufsbildungssysteme auswirken. Erst wenn der Übergang in das Beschäftigungssystem Chancen eröffnet und die entsprechenden Arbeitsplätze und Berufskarrieren attraktiver werden, können die Bemühungen um die Attraktivitätssteigerungen des Berufsbildungssystems gelingen. Für die chinesische Berufsbildungsreform gilt dieser Zusammenhang in besonderer Weise, weil  traditionell Berufsbildungs-, Arbeits-, Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik zu wenig als Dimensionen einer integrierten Innovationspolitik gesehen wurden.(vgl. Heberer 1994)

1.5  Privatwirtschaft als Lösungsmittel der Wirtschaftsprobleme

1979 wurde der private Sektor offiziell wieder zugelassen. Seitdem hat sich dieser Sektor rasch entwickelt. 1992 betrug der Anteil des Privatsektors am Gesamtvolumen der Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Handel, Gaststätte, Industrie, Handwerk sowie Einzelhandelsverkäufe von Bauern an Stadtbewohner 28.2%(1978 :0.1%).Der Staatshandel hatte nur noch einen Anteil von 39.6%(1978: 90.5%).

Im 2000 erwirtschaftet der Staatssektor nur noch ein Viertel der Industrieproduktion , der Einzelhandel ist überwiegend nichtstaatlich organisiert. Die Staatsbetrieben werden noch beabsichtigt in Aktiengesellschaften umgewandelt.

Die Entwicklung des privaten Sektors sowie der Marktstrukturen bringt nicht nur ökonomisch, sondern auch sozialen Wandel. Sie baut vor allem die Kontrolfunktion der "Danwei" ab und ermöglicht eine Verringerung der Kontrolle durch Partei und Staat, die Herausbildung eines neuen Wertesystems(Neue Bewertung von Reichtum, Geldverdienen, Luxus) und einer neuen Lebensart der Individualisierung und Privatisierung.

Das monopolitische System und das dezentralisierte Wirtschaftssystem bewirken einen permanenten Widerspruch. Das Machtmonopol der Partei wird in Frage gestellt.

Der Versuch der Regierung, Modernisierung nur auf wirtschaftlichen Wandel zu beschränken und politisch-soziale Elemente auszuklammern, wie die im 19. Jahrhundert von der Qing-Dynastie formulierte Politik, westliche Technik, aber nicht westliche Ideen übernehmen zu wollen, zeigt mit der Zeit seine schwache Seite.

Die Beziehung von Privatsektor und Berufsbildung wird in folgenden dargestellt:

Es lässt sich in zahlreichen Untersuchungen erweisen, dass das Einkommen vom Bildungsniveau abhängig ist.

Auf dem Land dominiert der traditionelle Sektor. Hier erfolgt die Ausbildung weitgehend in der Form "Anlehre". Diese Ausbildungsform ist sehr primär. Was die lohnabhängig Beschäftigten im Privatsektor betrifft(z.B. Bauwesen), entstammt auch in der Stadt die absolute Mehrheit vom Land. Diese Migranten kommen häufig aus ärmeren Regionen, ihre Löhne liegen weit unter den Einkommen städtischer Beschäftigten, sie werden als billige Arbeitskräfte betrachtet, weil sie geringere Ansprüche stellen und an härtere Arbeit gewöhnt sind. Diese Volksgruppe kommen vom Land und werden zugleich von Sozial- und Wohlfahrtsleistung staatlicher oder kollektiver Einheiten ausgeschlossen, sie bekommen keine soziale Absicherung, keinen Kündigungsschutz(auch bei Krankheit, Arbeitsunfälle u. a.), keine Arbeitsschutz und bislang keine Arbeitsrechte. Die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeits- und Lehrverträge existieren entweder gar nicht oder nur auf dem Papier.

Anderseits wächst die Konkurrenz um Fachkräfte zwischen den Eigentumssektoren. Unqualifizierte verdienen im privaten  Sektor mehr als qualifizierte Arbeitskräfte in der Staatswirtschaft. Aus diesem Grund hat die Qualifikation keine Anerkennung mehr. Es gibt heutzutage die Tendenzen, dass qualifizierte Arbeitskräfte in den Privatsektor abwandern. Auf Dauer muss aber die Wirtschaftsentwicklung die Popularisierung von Berufsbildung und -fortbildung zur Voraussetzung haben.

2. Vergleichende Betrachtung des chinesischen und deutschen Berufsbildungssystems

Die Strukturen und Inhalte des chinesischen Berufsbildungswesens sind ein Ergebnis der allmählichen Einlagerung von Wirtschafts-, Planungs- und Bildungselementen sowjetischer Prägung in der Zeit(1949-1957), der damit verbundenen Überlagerung traditioneller konfuzianischer Strukturen und der totalen Zurückweisung beider Tendenzen in der Kulturrevolution.

Nach der Kulturrevolution gab es wegen des Versagens des Bildungswesen während der Kulturrevolution eine Neuorientierung gestützt auf eine breite internationale Kooperation, die westlich orientiert war, dass Elemente fremder Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialsysteme in Staat und Gesellschaft Chinas intergriert werden. Es steht fest, dass der Versuch unternommen werden soll, das duale System der Berufsausbildung deutscher Prägung in geeigneter Form als neues strukturierendes Element in das chinesische Bildungssystem einzufügen. Aber inwieweit man bei Strukturen und Inhalte adaptiert, bleibt die Frage.

2.1 Differenzierungen von beiden Berufsbildungssystemen

2.1.1. Strukturelle Differenzierung.

Der unterschiedliche Grad der Differenzierung besteht sowohl auf der Ebene der Sekundarstufe als auch auf der des Hochschulwesens.

Ein Vergleich der Berufsbildungseinrichtungen stellt sich in folgenden dar:

 

Ebene/Stufe

 

Bildungseinrichtungen Deutschland

 

China

Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitungsjahr

Berufsklassen an
allgemeinbildenden Mittelschulen

berufliche Grundbildung

Berufsgrundbildungsjahr

Berufsfachschule

Berufsklassen an
allgemeinenbildenden Mittelschulen

Berufsausbildung

Berufsfachschule

Duales System

Fachmittelschulen/ Facharbeiterschulen/ berufliche
und landwirtschaftliche
Mittelschulen

Weiterführende berufliche Schulen

Berufsaufbauschule Fachoberschule

Berufliche und
landwirtschaftliche
Mittelschulen

Berufliche Fortbildung

Berufskolleg Kollegsschule

Fachmittelschulen
im Rahmen
der Erwachsenenbildung,

Arbeiter/ Angestelltenuniversitäten

etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Grundproblem, die mangehafte Versorgung der Volkswirtschaft mit mittleren Fachkräften bleibt und es dürfte klar sein, dass alle Versuche zur Vermittlung von Strukturen und Inhalten des dualen Systems sehr schnell an den Grenzen des unterentwickelten Systems scheitern werden, wenn die gleichzeitige Berücksichtigung von Erwachsenenbildungsmaßnahmen nicht zum integralen Bestandteile der Reform gemacht wird.(vgl. Henze 1989)

2.1.2 Zuständigkeiten

Wie vorher vorgestellt wurde, dass eine sehr hierarchische und zentralisierte Kompetenzverteilung und ein hohes Maß regionaler Flexibilität die einzelnen Schulformen ausmacht. Das Hauptproblem ist die praktisch nicht vorhandene Kommunikationsstruktur auf vertikaler Ebene: Branchenministerien und Kommissionen agieren von oben nach unten, finanzieren ihre allgemeine- und berufsbildenden Schulen autonom und unterliegen  nur bei allgemeinbildenden Schulen der Lehrplananforderung der staatlichen Bildungskommission.

Nur das jeweils zuständige Fachministerium kennt die Situation in den einzelnen Schulen und ein Informationsaustausch mit anderen Ministerien oder Kommissionen findet kaum statt. Der Informationsaustausch läuft vermutlich verstärkt über die persönlichen Beziehungen.

Es gibt durchaus politische Organe, die der Bundesregierung, den Landesregierungen und den Schulaufsichtsbehörden in ihrer Funktion vergleichbar sind. Aber die Kooperations- und Planungs- bzw. Abstimmungsinstanzen fehlen vollständig(Z. Henze 1989)

- Eine Einrichtung, die dem Bundesinstitut für Berufsbildung vergleichbar ist, gab es bislang nicht.

- Ein national-übergreifendes Kooperations- und Planungsorgan wie die Bund- Länderkommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung ist ebenfalls nicht vorhanden. Das Problem ist der mangelnde horizontale Informationsaustausch.

- Es gibt keine den IHK bzw. Handwerkskammer vergleichbare Einrichtungen.

Das Fehlen von besonderen Organen des regionalen und interministeriellen Informationsaustausches scheint eine der wichtigsten Hemmschuhe für weitreichender Reformen zu sein.

2.1.3 Rechtsgrundlagen

Die deutsche Berufsausbildung  im dualen System von Betrieb und Berufsschule ist durch eine Reihe von Gesetzen, Verordnungen und Erlassen der Bundesregierung eingehend geregelt, dadurch hat sich ein vollständiges Berufsbildungssystem von Ausbildungsweisen bis zu organisatorischen Regelung gebildet.

In direktem Zusammenhang mit dem Problem des Informationsaustausches gibt es seit langem bekannte und beklagte Problematik einer mangelnden Rechtsstruktur in China: für die Berufsbildung liegt zur Zeit ein gesondertes Bildungsgesetz oder Berufsbildungsgesetz vor. Der Grund dafür „liegt in dem momentan fast unlösbaren Problem, wie der gesellschaftliche Konsens unter allen Beteiligten bei ihrer Einbindung in eine verbindliche Rechtsstruktur zu leisten ist.“(z. Henze 1989)

Das gilt in besonderem Maße für die Träger der Berufsbildung, die Branchenverwaltungen:sie sind nicht bereit, eine rechtliche Regelung der Zuständigkeiten und Verpflichtungen in der beruflichen Bildung anzuerkennen, die keine erkennbaren Vorteile für sie bringt.

Es wird deutlich, dass praktisch alle für die gesetzgeberischen Aktivitäten im Bereich der Berufsbildung tätigen und verantwortlichen Einrichtungen in China fehlen. Es fehlt für eine solche Gesetzgebung fast vollständig Infrastruktur. Die zahlreiche damit in Beziehung stehenden Verordnungen und Gesetze werden weniger berücksichtigt: das chinesische System weist weder auf der Grundlage von Gesetzen, noch auf der von Verordnungen verbindliche Anweisungen und Richtlinien auf, wie in Deutschland das Berufsbildungsförderungsgesetz, die Handwerksordnung, Ausbildungsordnungen mit den Rahmenlehrplänen für die Berufsschulen, die Ausbilder-Eignungsverordnungen, das Jugendarbeitsschutzgesetz  bzw. die Liste der staatlich anerkannten Ausbildungsberufe vorliegen.

Die mit einem derartigen Gesetz möglichen Regelungen unterschiedlicher Aspekte der beruflichen Bildung in China scheint auch durch keine anderen Verordnungen oder Bestimmungen abgedeckt zu sein.

Beispielsweise gilt es in Deutschland für die Praxis des Eingehens eines Ausbildungsvertrages in Kenntnis der Rechte und Pflichten auf seiten des Ausbildenden und des Auszubildenden. Im chinesischen Berufsbildungssystem ist aber ein solcher Vertrag immer noch eine Seltenheit. Aus der Sicht der Betriebe werden derartige Verträge deshalb vermieden, um die Festschreibung von Zuständigkeiten und Verpflichtungen bei der Ausbildung zu vermeiden.

Auch die individuellen beruflichen Orientierung des Schulabgängers ist in China durch völlig andere Rahmenbedingungen gekennzeichnet:  Die in Deutschland im Arbeitsförderungsgesetz ausgesprochene Verpflichtung der Bundesanstalt für Arbeit zur Berufsberatung ist unbekannt. Das in den meisten Regionen Chinas deutliche Ungleichgewicht zwischen Arbeits- bzw. Ausbildungsplatzangebot und –nachfrage hat statt zum Aufbau von Beratungsstrukturen zur Verbreitung von hochselektiven Eingangsprüfungen geführt, die von den einzelnen Betrieben, Unternehmen und Behörden in Eigenverantwortung in den letzten Jahren zunehmend organisiert werden. Bislang wurden nur in wenigen hochindustrialisierten Gebieten Chinas Versuche zur staatlich organisierten Berufsberatung unternommen.

Für den Aktivitätsbereich die Berufsbildungsplanung zentraler und regionaler Organe existieren keine Vorschriften. Einen Berufsbildungsbericht, wie er vom zuständigen Bundesminister in Deutschland veröffentlicht wird, ist daher in China nicht bekannt. Die jährlichen Erhebungen, die mit Unterstützung des Bundesinstituts für Berufsbildung, der Bundesanstalt für Arbeit und des statistischen Bundesamtes durchgefürht, scheint für chinesische Behörden fremd.

2.1.4 methodisch- didaktische Aspekte

Die berufliche Ausbildung in China wird hauptsächlich in den Schulen durchgeführt. Fast die sämtlichen Ausbildungsveranstaltungen, vom theoretischen bis zum praktischen Unterricht werden in der Schule durchgeführt. Auch den praktischen Teil lassen viele Leiter der Schulen die Schüler in den schulischen Werkstätten durchführen, weil die Integration von Praxis und Theorie leicht zu organisieren und verwalten ist. Nachteile davon ist: erstens verliert die Schule dadurch die Unterstützung aus den Betrieben und zweitens löst sich die reine schulische Ausbildung von der betrieblichen Tätigkeit.

In Deutschland wird Praxis als Schwerpunkt, Fachqualifikation und Fertigkeiten werden als Hauptausbildungsinhalte in Deutschland betrachtet.

Das deutsche duale System ist dadurch gekennzeichnet, dass die Praxis und Fachqualifikation die zwei wichtigsten Faktoren während des Ausbildungsprozesses sind. Man legt großen Wert auf die praktische Ausbildung und die Heranbildung der Fertigkeiten von Schüler. Die Stunden für die Theorie und für die Praxis stehen in einem Verhältnis von 30% zu 70% oder 20% zu 80%. Die Inhalte des Theorieunterrichts orientieren sich überwiegend an den praktischen Bedürfnissen. Das duale System betont, dass die Auszubildenden für die zukünftige Arbeit lernen.

Einige chinesische Facharbeiterschulen kooperieren mit einzelnen Betrieben, damit ihre Schüler in den Betrieben für eine bestimmte Zeitdauer ihr Praktikum absolvieren können. Für das Praktikum in Betrieben sind die Facharbeiterschulen zuständig. Außerdem ist der Praktikumsort als ein Moment der stufenförmigen didaktischen Struktur der Ausbildung für viele chinesische Betriebe nur von untergeordneter Bedeutung. Mittlere wie große Betriebe sind nicht an der Bereitstellung von Praktikumsplätzen interessiert, weil die zur Anleitung des Praktikanten verpflichteten erfahrenen Arbeiter nur nach ihrer Produktionsleistung bezahlt werden und daher die Anleitung eines Praktikanten als Verhinderung der persönlichen optimalen Arbeitsleistung angesehen wird. Es gibt kaum hauptberufliche Personen in Betrieben, die zuständig für die Anleitung der Praktikanten sind. Darüber hinaus gelangen die von den Schülern angefertigten Werkstücke auf den Wirtschaftsmarkt und daraus wird Profit gezogen. Es besteht eine Diskrepanz zwischen einer guten Qulität der Produkte und dem Bildungsvorgang der Fertigkeiten der Schüler. In China fehlt es an praktischen Ausbildungsplänen, Rahmenlehrplänen und entsprechenden Lehrmaterialien.

In Deutschland gibt es für die praktische Ausbildung sowie für die theoretischen Lehrveranstaltungen die entsprechenden praktischen Ausbildungsverordnungen, Ausbildungspläne und Lehrmaterialien. Die Schüler können Werkstücke während des Arbeitsprozesses in Betrieben unter der Betreuung qualifizierter Ausbilder anfertigen.

Das duale System hat aus chinesischer Sicht folgende Vorteile: (vgl. Cheng Yonglin, Lei Zhengguang 1994)

- Die Ausbildungsziel entsprechen den betrieblichen Anforderungen,. Die Auszubildenden werden praxisbezogen ausgebildet.

- Die Auszubildenden haben mit der betrieblichen Arbeitswelt mehr Kontakte und lernen ihre zukünftige Arbeitswelt kennen.

- Die Auszubildenden können in den Betrieben die neueste Technologie kennenlernen.

- Die fachliche Ausbildung der Fertigkeiten wird nach den Bedürfnissen der Betriebe durchgeführt.

2.1.5. Finanzierung

Es lässt sich feststellen, dass sich das chinesische Berufsbildungssystem in einem Übergangsstadium befindet: von der reinen staatlichen Finanzierung Anfang der 80er Jahre mit klarer Trennung zwischen Bildungs-, Arbeits- und Branchenverwaltung, hat sich das Berufsbildungssystem zu einem Mischsystem zentraler und regionaler, staatlicher sowie privater oder halbprivater Finanzierung entwickelt.(vgl. Henze 1989)

Die wesentlichen und notwendigen Veränderungen auf der Ebene betrieblicher Schulformen scheitet sei 80er Jahren nur sehr langsam voran. Der Grund dafür dürfte die einseitige Umstellung der Betriebe auf die Versteuerung des Gewinns sein. Die meisten Firmen scheinen von kurzfristigen Gewinnerwartungen und nicht von langfristigen Umsatzsteigerungen bei verbesserter Effizienz und Produktionsqualität auszugehen. Daher bleibt wenig Raum für betriebliche Bildungsmaßnahmen.

2.2 Das Experiment des deutschen Dualsystems in China und die Analyse der Transferprobleme

Um den Bedürfnissen in der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft zu entsprechen und die Entwicklung des Berufsbildungswesens zu fördern, hat die staatliche Kommission für Bildungswesen ab 1982 in China 16 Berufsbildungszentren für das duale System errichtet und in sechs Städten Stadtexperimente mit dem dualen System durchgeführt. Bislang hat man beachtliche Erfolge erzielt. Es wird vor allem gezeigt, dass die praktischen Fertigkeiten vorgezogen wird, Auszubildende schneller am Arbeitsplatz eingeführt werden als Fachschulabsolventen, ein großes Anpassungsvermögen haben sowie von den Betrieben bevorzugt aufgenommen werden.(Xu Shuo 1994).

Im folgenden wird über die Umstände des Experiments für das duale System in China berichtet.

In China wird Berufsausbildung nur Sache der beruflichen Schulen und mit den Anforderungen der Betriebe nicht abgestimmt. Bei der Ausbildung werden theoretische Kenntnisse beachtet und praktische Fertigkeiten vernachlässigt. Deswegen wurde beim Experiment die Aufgabe gestellt, großen Wert auf gemeinsame Ausbildung der Betriebe mit den beruflichen Schulen und die Vorrangstellung der praktischen Fertigkeiten zu legen.

Die Umstände des Experiments werden in folgenden dargestellt.

2.2.1 Die gemeinsame Ausbildung in Betrieben und Schulen.

In China kann man die meisten beruflichen Schulen vom Träger her in zwei Gruppen eingliedern.

-  Schulen, die von den betreffenden Zweigen betrieben werden, wie Arbeitsamt, Textilindustrie usw, die sogenannten unabhängigen berufliche Schulen.

- Schulen, die einem Betrieb angeschlossen sind, die sogenannten abhängigen Schulen.

Bei der probeweisen Durchführung des dualen Systems sind betreffende Betriebe und Berufsschulen durch einen Vertrag Partner geworden. Zwei verschiedene Modelle der Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Berufsschule haben sich gebildet.  Im ersten Modell arbeiten ein Betrieb und eine unabhängige berufliche Schule zusammen. Im zweiten Modell arbeiten ein Betrieb und eine dem Betrieb angeschlossene Facharbeiterschule. Durch die Zusammenarbeit hat sich die Situation grundlegend verändert: (Xu Shuo 1994)

- Die Gemeinschaftsführungsgruppe. eine Führungsgruppe, die aus Führern einer Berufsschule und eines Betriebes oder mehrerer Betriebe besteht.  Sie unterhält regelmäßige Sitzungen, um über ihre Arbeit zu diskutieren.

- Eine vertragliche Beziehungen zwischen Betrieb und Schülern.

- Die betreffenden Betriebe übernehmen zum Teil die finanziellen Belastungen für die Ausbildung.

-  Die Betriebe beteiligen sich an den Ausbildungsprozessen. Z.B. bei der Aufnahme der Schüler, den Prüfungen, der Zusammenstellung von Lehrprogrammen sowie anderen wichtigen Teilen der Ausbildung.

Die Inhalte und Formen des Experiments ist dem dualen System ähnlich.

2.2.2 Verstärkung der Praxis

Davon ausgegangen, dass im dualen System praktische Fertigkeiten durch Praxis verstärkt werden, hat man bei den Experimenten viele Arbeit geleistet. Man hat zunächst den Unterrichtsplan verbessert und die Unterrichtsstunden für den praktischen Teil vermehrt. Die Zeit für die Praxis und die für Theorie stehen im Verhältnis von 7: 3. Außerdem hat man die Arbeitsbedingungen für Praktika verbessert, sowie die Lehrkräfte und Ausrüstungen. Durch diese Maßnahmen haben die Auszubildenden ihre praktischen Fertigkeiten im großen Maße erhöht.

2.2.3 Die hauptsächlichen Probleme bei dem Experiment des dualen Systems

sind folgende:

-   Hinsicht des Bildungssystems, des Arbeitspersonalsystems, des Lohnsystems, etc. klappt nicht alles. Z.B. Für die Ausbildung der Techniker gehören die Facharbeiterschulen und die Fachmittelschulen zu der mittleren beruflichen Bildung. In Deutschland ist die Bildung für Techniker eine Zweistufenbildung, die über der Ausbildung der Facharbeiter liegt. Man stößt bei den Experimenten, die Ausbildung der Techniker zu einer Zweistufenbildung zu reformieren, wegen des Lohnsystems u.a. auf Schwierigkeiten.

- Die Qulität der Lehrkräfte ist ein großes Problem in der Berufsbildung in China. Die Theorielehrer besitzen keine praktischen Fertigkeiten und die Praxislehrer verfügen über keine didaktischen Kenntnisse.

-  Die Investionen und die Verbrauchsmittel in den Experiment führt zu einer vermehrten Belastung. Die mittelgroßen und kleinen Betriebe können die finanzielle Belastung kaum tragen.

Die oben genannten Probleme sind bei den Untersuchungen sehr auffällig und überall dort, wo die Ausbildung für das duale System durchgeführt wird, ähnlich.

2.3 Umwelt und dynamische Triebkraft für die Versuche

Die unentsprechende Umwelt und nicht dynamische Triebkraft in der chinesischen Wirtschaft stellt stellt ein großes Problem für die Durchführung des dualen Systems dar.

2.3.1 Zustand der betrieblichen Ausbildung.

Im deutschen dualen System sind vor allem die Betriebe verantwortlich für die Ausbildung. Die Ausbildung im Betrieb und das Lernen in der Berufsschule sind zwei unabhängige Sektoren für das duale System, die sich aber miteinander verbinden. Unter der Überwachung von den zuständigen Stellen(IHK u.a.) führen Betriebe ihre selbständige Ausbildung durch.

Der Inhalt und der Sinn der betrieblichen Ausbildung in Deutschland überschreiten weitgehend die Praxis in den Fabriken bei der Ausbildungder Facharbeiter in China. Als Hauptträger für die Ausbildung stellt der Betrieb Ausbilder ein, die durch eine Prüfung nach der Ausbildereignungsordnung ihre Eignung nachweisen müssen. Im Betrieb müssen auch Arbeitsplätze vorhanden sein, die von der Produktion und vom Arbeitsablauf unabhängig sein müssen. Die Kenntnisse und Fertigkeiten müssen nach der entsprechenden Ausbildungsordnung vermittelt werden können. Eine für die Durchführung der Ausbildung erforderliche Grundausstattung an Maschinen, Geräten, Wartung und Büroeinrichtungen und alle notwendigen Ausbildungsmittel müssen vorhanden sein. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die deutsche betriebliche Ausbildung unabhängig und systematisch von den Betrieben durchgeführt.

Für die Ausbildung der Facharbeiter in China haben sowohl die unabhängige berufliche Schule(die von Zweigen betrieben werden) und die abhängige Schule(die einem Betrieb angeschlossen sind) ein gemeinsames Merkmal, nämlich ein geschlossenes Ausbildungssystem. Dem Betrieb mangelt es sowohl an den durch Gesetze und Verordnungen festgelegten Pflichten und Verantwortungen für die Ausbildung, als auch an verbindlichen Plänen zur Ausbildungstätigkeit. Der Betrieb kann nicht selbständig die Ausbildung durchführen. Er darf sich nicht nach dem Bedarf an der Wirklichkeit der Produktion und deren Entwicklung für die Aufnahme der Schüler entscheiden, Ausbildungsberufe aufstellen, Unterrichtsinhalt anordnen und für die Arbeit Lohn bezahlen. Die Ausbildung ist für die Entwicklung des Betriebes nicht dienlich. Die Facharbeiterschule der Fabrik wird im Betrieb fast nicht beachtet und sorgar als ein Ballast betrachtet. Das bedeutet, der Betrieb hat die Ausbildung nicht als seine eigene Sache betrachtet und nicht für seine eigene Entwicklung die selbständige Ausbildung durchgeführt. Aus Mangel an einem Sektor im dualen System arbeitet man nur einseitig. Deswegen können die heutigen Experimente des dualen Systems nur entlang der Bildungszweige durchgeführt werden. Der Betrieb beteiligt sich nur relativ passiv daran.

2.3.2 Die Chance und Aussicht der Entwicklung betrieblicher Ausbildung für das duale System

Im gegenwärtigen Wandel der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft besteht der Hauptinhalt der Bildungsarbeit in der Ausbildung darin, eine Schule durch den Betrieb selbständig zu betreiben. Die Beziehungen werden in den folgenden dargestellt: (Xu Shuo 1994)

- Die Beziehungen zwischen der Regierung und den Betrieben: Die Regierung soll ihre Funktionen ändern, Makroverwaltung verstärken und Dienste leisten, den Betrieben mehr Selbständigkeit einräumen, so dass die Betriebsbildung durch die Betriebe durchgeführt wird.

- Die Beziehungen zwischen Ausbildung und Wirtschaft: Die betriebliche Ausbildung soll der Wirtschaft des Betriebes aktiv dienen und die Wirtschaft des Betriebes soll von der Betriebsleitung abhängig sein.

- Die Beziehungen zwischen Ausbildung und dem Arbeits- und Personalsystem: Man soll auf verschiedenen Arbeitsplätzen im Betrieb die Vorschriften und Regeln für die Ausbildung, Prüfungen, Beschäftigungen und Bezahlung festlegen. Dieses wäre für die Reform der Ausbildung der Facharbeiter von zentraler Bedeutung, damit der Betrieb für die Entwicklung der betrieblichen Wirtschaft eine Schule selbständig betreiben.

3. Literaturverzeichnis

Felix Rauner Herbert Tilch : Berufsbildung in China ,Analysen und Reformtendenzen -Studien zur vergleichenden Berufspädagogik, Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden 1994

Jürgen Henze : Berufliche Bildung des Auslands- Volksrepublik China, Schriftenreihe Carl Duisburg Gesellschaft e.V. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden 1989

Matthias Risler: Berufsbildung in China, Rot und Experte Mitteilung des Instituts für Asienkunde Hamburg

Rauner, F., Tilch, Herbert: Berufsbildung in China Analysen und Reformtendenzen : Studien zur vergleichenden Berufspädagogik Baden-Baden 1994

Henze, J. : berufliche Bildung des Auslands, Volksrepublik China. Schriftenreihe Carl Duisburg Gesellschaft e.V. Baden-Baden 1989

Risler, M.: Berufsbildung in China. Rot und Experte. Mitteilung des Instituts für Asienk

4. Autorin und Copyrighthinweis

Frau Ming Hu

Diese Arbeit wurde von Ming Hu an der Universität Duisburg-Essen im Rahmen des Hauptseminars "Bildungspolitik,-recht,-planung" im SS 04 erstellt.

Frau Ming Hu ist geboren in Wuhan, 25 Jahre alt, Studentin der Diplom-Pädagogik und chinesische Staatsbürgerin.

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chinaweb.de, Dezember 2006